Verbandsrunde 2018/19


"Wir werden Sonntage mit Gegnern verbringen, die nur eins wollen - unsere Niederlage !!"  Das beschrieb die Ausgangslage aller Mannschaften in der Saison 15/16. Für die Saison 18/19 ist die Stellung halten in einer Klasse, die dem DWZ/Elo-Geldbeutel entspricht, angesagt

  Spielzeit betreffend HSV-Ligen
(kurzgefasst: (..)"Neue Bedenkzeit laut Kongressbeschluss: 100 Minuten für 40 Züge, danach 50 Minuten für den Rest der Partie mit einem Inkrement von 30 Sekunden pro Zug ab dem ersten Zug. (= "Fischer-Modus" "(..))

Neue FIDE-Regeln seit 01.07.2017: Zusammenfassung bei schachbund.de und beim Hessischen Schachverband



Runde 1 (23.09.2018)   
Steinbach - Flörsheim 1 3,5:4,5
Wie schreibt ein Spieler via Mail: "Ja das war echt ein Krimi bei der ersten...gegen Angstgegner Steinbach verlieren wir sonst immer 2:6...selbst der Wolfgang hat "nur" Remis gespielt und ich musste auch hart ums Remis kämpfen...es sah zwischenzeitlich nach einem 4:4 aus...doch dann kam Buddeeee !!!!"

Der Hofberichterstatter ist eher mit der weissen Attacke am Königsflügel beschäftigt und hat von daher wenig Zeit die Geschehnisse an den anderen Brettern zu beobachten...
Für einen Kurzbericht reicht es trotzdem. Wolfgang Pötschke spielt solide, tauscht fast alles ab und erzielt einen halben Punkt. Luis Kuhn verfolgt fast dasselbe Rezept, mehr als Punkteteilung ist aber auch nicht drin. Kurz danach folgt Wolfgang Ruppert mit dem dritten Remis. Einen nach eigenen Worten einfachen Sieg erzielt Christian Specht: Linien am Königsflügel öffnen und den vollen Punkt einfahren. Der Hofberichterstatter lässt sich von der (möglichen) Husarenattacke wohl doch zu stark beeindrucken, weiterhin spielen beide Seiten nicht die stärksten Züge und lassen Chancen aus. Am Ende erzielt der Weisse weiteren Materialvorteil und den Punkt zum Ausgleich für Steinbach.

Nun stehen Remis-Angebote für die restlichen drei Partien im Raum. Die Steinbacher wären mit einem 4:4 wohl zufrieden gewesen. Doch zwei Flörsheimer wollen sich keineswegs darauf einlassen... Michael Budde hat zwar eine Qualität weniger, "muss aber rechnen" ob der Bauerngewinn auch zum Partiegewinn reicht. Alexander Stegmaier steht wohl am schlechtesten aller drei Begegnungen, scheint die Stellung aber halten zu können. Cesar Vega Lopez spielt optisch attraktives Schach und rechnet sich ebenfalls Gewinnchancen aus.

Budde erobert den Bauern und anschliessend den vollen Punkt. Stegmaier und der Gegner kommen nicht weiter und vereinbaren Remis. Lopez kommt im Turmendspiel doch "nur" zum Remis.

Griesheim - Flörsheim 2 5:3

Steinbach 2 - Flörsheim 3 5,5:2,5
Die Redewendung "vom Stapel lassen" bezieht sich auf die -beidseits- ausgelassenen Chancen in der Begegnung an Brett 6: der Schwarze lässt eine Gelegenheit zum Doppelangriff aus, beide Seiten spielen zwar kreativ weiter, Weiss lässt Chancen aus, Schwarz wickelt dann zu einem nachteiligen Endspiel ab (weniger Material im Schwerfigurenendspiel). Der Gegner opfert (zu früh) seinen Turm gegen den letzten schwarzen Bauern und versucht die drei verbundenen Freibauern zur Geltung zu bringen. Was aber nur gelingt, weil Schwarz den Turm später durch eine Gabel verliert....

Runde 2 (04.11.2018)   

Flörsheim 1 - Lorsch 1 4,5:3,5

Kurzgefasst enden die ersten drei Begegnungen (Specht, Kuhn, Pötschke) nach rund zwei Stunden Spielzeit mit Remis, wobei zumindest zwei Flörsheimer wohl weiterspielen konnten.
Spannender wird es in den restlichen Begegnungen, die sich fast alle bis ins Endspiel hinziehen. Lahr nutzt die eingeklemmte Stellung des schwarzen Läufers zu Raumgewinn aus,  Stegmaier gewinnt einen Bauern, Lopez Vega scheint dem gegnerischen Druck standhalten zu können, Ruppert steht auch solide und Budde macht nach eigener Aussage "Druck".
Lahr steht klar besser, kann sich in starker gegnerischer Zeitnot aber nicht für den materialgewinnenden Zug entscheiden und stellt im Gegenteil selbst Material ein:
(der Partiezug gxf5 verliert wegen bxc5 Material, stattdessen gewinnt Sxe4 - fxe4; Txf8+ - Kxf8; Tf1+ - Lf5; Dh8+ Material)
 Als ausgleichende Gerechtigkeit lässt der Gegner ein Remis durch Dauerschach zu.  Rund eine Stunde später gewinnt Stegmaier das Endspiel zum 3:2 für Flörsheim.

Die nächsten Ergebnisse dauern noch ihre Zeit. Vega Lopez nutzt eine (lt. Analyse wohl glückliche) taktische Chance im Läuferendspiel zur Bauernumwandlung zum 4:2 für Flörsheim. Budde lässt die gegnerischen Freibauern zu stark zu Wort kommen, verliert Material und dann die Partie. Ruppert steht solide, aber eingangs des Endspiels kommt es zu taktischen Verwicklungen. Als Ergebnis taxiert der Gegner vier Mehrbauern (macht Turm, Springer und vier Bauern gegen Turm und Springer)....

Was dann geschieht kann man wohl das "Wunder von Flörsheim" nennen:  Ruppert gewinnt erst zwei Bauern, dann den Springer und wieder zwei Bauern. Das Endspiel Turm gegen Turm und Springer lässt sich aber schwer gewinnen und endet im etwa 130. Zug um 21.00 Uhr herum -durch die 50-Züge-Regel- mit Remis zum 4,5:3,5

Flörsheim 2 - Bad Soden 2 4,5:3,5

Flörsheim 3 - Mörfelden-Walldorf  2:6

Runde 3 (18.11.2018)

Hattersheim 1 - Flörsheim 1  2,5:5,5
Nach den zwei eher glücklich verlaufenen Begegnungen gibt Flörsheim I richtig Gas in Richtung Aufstieg: kein Flörsheimer steht am Brett schlechter und am Ende springt ein hohes Resultat heraus. 
Die wohl brutalste Partie spielt Luis Kuhn, der einen gegnerischen Fehler kurz nach der Eröffnung erst zum Materialgewinn und danach zum Angriff ausnutzt. Die wohl langweiligste Partie spielt Wolfgang Pötschke: solide Eröffnung, solide Bauernstellung, aber kaum Durchbruchmöglichkeiten.
Die Verläufe der restlichen Spiele liegen irgendwo dazwischen: Alexander Stegmaier vereinfacht frühzeitig zum Endspiel, James Beerbower nutzt eine verhaltene Strategie des Gegners um die Initiative zu ergreifen, Zaharia Clitan erobert einen Bauern, Cesar Vega Lopez erzielt Raumvorteil, Wolfgang Ruppert spielt gegen den wohl DWZ-stärksten Spieler der Landesklasse solides Schach und Markus Lahr spielt -unbeabsichtigt, da Bauernverlust- auf Verwicklungen.
Kuhn macht mit dem gegnerischen König "kurzen Prozess" zum 1:0, Vega Lopez erhöht etwas länger danach zum 2:0.  Pötschke steuert einen halben Punkt bei. Lahr und der Gegner spielen kreativ (wobei die Engine in der Schnellanalyse -wie so oft- anderer Meinung ist....), ein gewinnbringender Vorteil ist aber nicht möglich. Letztlich endet die Begegnung, fast zeitgleich mit Ruppert, durch Dauerschach zum 3:5:1,5.
Wieder etwas später sieht man bei Beerbower einen Qualitätsgewinn, aber der Gegner wehrt sich immer noch zäh. Stegmaier erzielt drei verbundene Freibauern im Zentrum, die im Turmenspiel auch den Sieg erzwingen. Clitan versucht den Mehrbauern zu verwerten und Beerbower kämpft gegen das weisse Läuferpaar. Eine Unachtsamkeit kostet Clitan den Mehrbauern zum Remis und Beerbower erzielt den letzten halben Punkt zum 5:5:2,5 für Flörsheim.

Damit steht Flörsheim 1 auf Platz 1 der Landesklasse Süd.

Gross-Gerau 1 - Flörsheim 2 3:5,4,5

Hattersheim 2 - Flörsheim 3 7:1

Griesheim 3 - Flörsheim 4 1:4

Runde 4 (09.12.2018)


Langen 2 - Flörsheim 1 1,5:6,5
Wer schon immer mal wissen wollte, woher die Redaktion die Quellen für die Berichte bezieht: (kurzgefasst) Emailverkehr, Twitterbeiträge diverser Nutzer, Newsletter: Jurablogs.com, Handelsblatt Morning Briefing & Gabor Steingart. Prägnante Formulierungen werden dann noch mit schachlichen Ereignissen kombiniert.
Eine Kostprobe: (G.S. vom 10.12.2018) "(..)der CDU-Parteitag in Hamburg hat gesprochen. Zumindest schreiben das heute viele Zeitungen. Aber in Wahrheit hat der Parteitag nur sehr undeutlich gesprochen, um nicht zu sagen: Er hat genuschelt.(..)"  Auf die Ergebnisse zweier Flörsheimer Mannschaften passt das "nuscheln" zumindest...

Eine deutlichere Sprache wird im Wettkampf Langen 2 - Flörsheim 1 gesprochen: trotz eines kampflos abgegebenen Punkts an Brett 1 steht Flörsheim anfangs an keinem Brett schlechter.  Beim Überblick über die laufenden Spiele ist mit schnellen Entscheidungen aber nicht zu rechnen, die deutlichste Sprache scheint bei Wolfgang Ruppert und Luis Kuhn gesprochen zu werden. Ersterer spielt mit einer Bauernphalanx am Damenflügel gegen ein Bauernzentrum, zweiterer gruppiert seine Figuren Richtung schwarzer König.  Etwas undeutlicher geht es bei Zaharia Clitan, Alexander Stegmaier, Uwe und Wolfgang Pötschke sowie Markus Lahr zu. Clitan spielt eine wohl nicht standardmässige Stellung, Stegmaier gewinnt eingangs des Endspiels einen Bauern, Uwe und Wolfgang Pötschke stehen solide (wobei letzterer lt. Eigenaussage eine gute Gelegenheit ausgelassen hat). Markus Lahr verpasst dem Gegner eine schwierig zu verteidigende Bauernstellung (deutlicher gesprochen: eine positionelle Ruine, deren Verteidigung sicher keine Freude bereitet hat).

Alle Partien ziehen sich lange hin und die erste Entscheidung kommt um 18.15 Uhr zustande: Kuhn gewinnt durch den Königsangriff einen Bauern und verwertet diesen im Damenendspiel zum ersten vollen Punkt für Flörsheim. Eine Minute später gewinnt Clitan zum 2:1 für Flörsheim. Rund sechs Minuten später erzielt Ruppert den dritten Flörsheimer Punkt.  Punktemässig wird auch weiterhin Tacheles geredet: nach langer (und zäher) weisser Verteidigung erzielt Lahr im Endspiel Materialgewinn und das 4:1. Stegmaier verwertet den Mehrbauern im Turmendspiel zum 5:1 (19.10 Uhr).

Uwe Pötschke gerät im Mittelspiel unversehens in Komplikationen, gewinnt eine Figur, darf sich aber einer optisch starken Attacke des Gegners erwehren. Das materielle Äquivalent für die schwarze Dame spricht aber eine deutlichere Sprache, wobei die Partie durch schwarzen Königsangriff und die Drohung einer Bauernumwandlung zum 6:1 beendet wird. Wolfgang Pötschke wehrt sich im Endspiel zäh und erzielt im Turmendspiel mit Minusbauer kurz vor 20.00 Uhr den halben Punkt. 

Das Endergebnis von 6:5:1,5 spricht im Ligaorakel folgendes: 85,8% Aufstiegswahrscheinlichkeit, 0% für den Abstieg. Und Platz 1 in der Landesklasse Süd mit 2 Mannschaftspunkten Abstand zum Zweitplatzierten (wobei sich die anderen Vereine auch gegenseitig Punkte abgenommen haben).

Nicht so deutlich erzielen Flörsheim 2 und 3 ihre Mannschaftspunkte:
Nied 2 - Flörsheim 2 3,5:4,5

Bad Soden 4 - Flörsheim 3 3,5:4,5

Nied 5 - Flörsheim 4 1:4

Runde 5 (03.02.2019)  


Runde 6 (17.02.2019)


Runde 7 (10.03.2019)


Runde 8 (07.04.2019)



Runde 9 (12.05.2019)